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Geht uns aus der Sonne
Die Zukunft hat begonnen
Eine harte Abrechnung mit den unsinnigen Argumenten aus Politik, Wirtschaft , aber auch Wissenschaft, mit denen sich mächtige Lobbygruppen gegen eine Veränderung des kaputtgefahrenen Energiesystems zur Wehr setzen. ?Die Zukunft ist sonnig?, lautet die These des Autors. Das neue System ist im Gegensatz zum alten sozialer, gerechter, wirtschaftlicher und überlebensfähig. Mit verbaler Kraft und glühendem Optimismus wird das Bild einer hoffnungsfrohen zukünftigen Welt gezeichnet. Und die Kernaussage: Diese Zukunft hat schon begonnen, man muss ihre Symptome nur erkennen.
Vorwort
Die Zukunft hat begonnen?Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit, nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nichts ist phantasievoller als die Sachlichkeit. Und nichts Sensationelleres gibt es in der Welt, als die Zeit, in der man lebt.? Egon Erwin Kisch, ?Der Rasende Reporter?, 1936 Die Menschheit steht vor einer epochalen Veränderung, wahrscheinlich der bedeutendsten, die sie sich selbst je zugemutet hat. Nach über 200 Jahren exzessiver Nutzung fossiler Energieträger und knapp einem halben Jahrhundert nuklearer Risikotechnik wird klar, dass dieses auf reiner Ausbeutung des Planeten Erde basierende System ausgedient hat ? und zwar unwiderruflich. Die laufende Verknappung der fossilen Energieträger war seit Längerem ebenso bekannt wie die Tatsache, dass die schwieriger werdende Beschaffung untrennbar mit einer steigenden Preisspirale verbunden ist. Nicht klar war der Zeitpunkt, wann die Verknappung auf das gesamte Wirtschaftssystem durchschlagen wird. Die Nukleartechnologie, die ebenfalls auf der Ausbeutung eines begrenzten Rohstoffes beruht, unterliegt dem gleichen Mechanismus. Beide Energie-Beschaffungsmethoden bringen dramatische ökologische Folgeerscheinungen mit sich, sind aber spätestens seit den Katastrophen im Golf von Mexiko am 19. April 2010 und knapp elf Monate später im japanischen Fukushima am 11. März 2011 de facto auch technisch gescheitert. Damit ist dem gesamten System, dem wir unseren Wohlstand, unseren täglichen Fortschritt ? oder zumindest, was wir dafür halten ? verdanken, die Basis entzogen: Fossile und nukleare Primärenergie ist weder ausreichend verfügbar, noch ist ihre Umwandlung in Nutzenergie weiterhin vertretbar, zumal sich endlich der vorgebliche Haupt-Pluspunkt ihrer Anwendung ? konkurrenzlos niedrige Kosten ? als Trug offenbart. Der Beginn des neuen solaren Zeitalters wird auch das Ende der Industrialisierung, wie sie in den letzten 200 Jahren betrieben wurde, einläuten. Wir stehen vor der Möglichkeit, das bisherige System von rücksichtslosen Zentralisierungs- und Ausbeutungsprozessen zurückzudrehen zu dezentralen Systemen mit wertschätzender Bewirtschaftung. Was gestern als Rückschritt denunziert wurde, wird endlich als wirklicher Fortschritt erkannt. Die fundamentale Neugestaltung unseres Energiesystems, d. h. unserer Lebensadern, weg von zentral beherrschten Großquellen und hin zu vielen kleinen eigenständigen Quellen, ist eine Revolution im klassischen Sinne des Wortes und ein Abenteuer ersten Ranges. Wir haben das Privileg, einer Generation anzugehören, die dieses Abenteuer einerseits bewusst miterleben und es andererseits steuern kann, aber auch beschleunigen muss. Lange war ja Nutzenergie, auf deren Verfügbarkeit wir bis ins winzigste Detail unseres Alltags angewiesen sind, so selbstverständlich vorhanden, dass ihre Bedeutung nicht einmal registriert wurde. Die Ablöse des fossil-atomaren Systems durch ein nachhaltig-solares ist also ein Wettlauf mit der Zeit, wenn sie nicht ? wie die meisten Revolutionen bisher ? von massenhafter Verelendung, Terror und Chaos begleitet sein soll.Wie immer gibt es zwei Zugänge zum laufenden Systemwandel. Man kann dem alten System nachtrauern, besonders, wenn man dort viel Geld investiert hat, oder aktiv das neue mitgestalten. Es stellt sich für jeden einzelnen Menschen die Frage, ob er dabei sein will am großen Werk oder den Wandel passiv über sich ergehen lassen möchte. In Wahrheit ist der unausweichliche Umstieg von dem längst schon korrodierenden fossil-atomaren Energiesystem zu einem zukunftssicheren solaren bereits voll im Gang. Alle Prognosen und tatsächlichen Ausbauziele von erneuerbaren Energieträgern wurden in den letzten Jahren mehrfach überboten. Die Faszination einer vollsolaren Welt infiziert immer mehr Menschen. Eine Welt ohne Verbrennungsmüll und radioaktive Verseuchung, eine Welt mit unendlich viel Energie, sicher, nachhaltig und frei verfügbar, ist ein lohnendes Ziel: Eine Welt, befreit vom größten militärischen Konflikt- und Katastrophenpotenzial und dadurch auch von größter, bedrohlicher und gefährlicher Abhängigkeit.Man kann es nicht oft genug sagen: Der Beginn des solaren Zeitalters ist eine gigantische Chance für die Menschheit. Und zwar auch deshalb, weil die Neugestaltung der Energienutzung keine technische, sondern eine mentale Frage darstellt, die den Willen zur freiheitlichen Neugestaltung unserer gesamten Lebensform als Wille zur Unabhängigkeit von zentraler Versorgung in sich trägt. Je mehr Menschen sich grundsätzlich zu dieser Neugestaltung bekennen, desto schneller wird sie Wirklichkeit werden. Wir brauchen daher jede Menge Überzeugungsarbeit. Eine schonungslose und offene Analyse der aktuellen Energiesituation mit all ihren Kosten und Nebenkosten ist ebenso Voraussetzung für die Energiewende wie die Vorahnung der Existenzbedingungen im neuen System. Es geht um sehr viel ? in erster Linie um den sozialen Wohlstand für die lebenden und nachfolgenden Generationen nicht nur in den Industrieländern, sondern auch in den sogenannten Schwellenländern und der Dritten Welt. Die Vertreter der erneuerbaren Energieträger können und müssen vor allem die Botschaft über die wunderbaren Möglichkeiten, die sie der Menschheit bieten, transportieren. Das ist nicht ganz einfach. Den Erneuerbaren stehen ja nicht nur ihre Gegner, sondern auch deren scheinheilige Befürworter im Weg. Lippenbekenntnisse gibt es genug, viele Verantwortungs- und Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft überschlagen sich mit Lobeshymnen über den Einsatz solarer Energieformen. In ihren tatsächlichen Entscheidungen bremsen, verzögern und verhindern sie. Daher seien alle diejenigen, die immer noch meinen, die neue Welt könne warten, bis sich die alte im wahrsten Sinn des Wortes ?amortisiert? hat gewarnt.. Es sind die Schattenmänner, die sich an das zerfallende System klammern, die vor und hinter den Kulissen alles daran setzen, es zu retten. So hoffnungslos ihr Unterfangen auf Dauer ist, sie können aus Gier, Dummheit und Habsucht noch sehr viel Schaden anrichten. Sie führen die Menschheit in eine höchst riskante Situation, in der das alte System zerbricht, bevor das neue greifen kann. Obwohl auch sie sehen, dass die ?Titanic? in voller Fahrt auf den Eisberg zufährt, spielt die Kapelle weiter. Sie gehen davon aus, dass die Rettungsboote für sie selbst reichen werden. Das Schicksal der restlichen Passagiere liegt nicht in ihrer Verantwortung, meinen sie. Die Schattenmänner verdunkeln den Blick auf die Sonne, die uns genau jene unendliche Energie schickt, die wir brauchen, um in Frieden, Wohlstand und Freiheit auf unserem Planeten Erde weiterleben zu können.Daher werden sie aufs Höflichste aufgefordert:?Geht uns aus der Sonne!?